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Immer wenn ich ein wenig Verständnis für die Leute zu beobachten, dass Schweizer Uhrenmundpropaganda ist gut. www.replicauhrenswiss.de, Ich mag viele Schweizer Marken sind es, Patek Philippe, Vacheron Constantin, Girard-Perregaux, zählen etc. gehören zu den besten, replica uhren deutschland, es gibt auch andere High-End-Rolex, Cartier, Pflaume, Roma, Radar, Tissot, und so weiter. Aber eine gute Uhr muss aus der Schweiz gekommen tun? Die Antwort ist nicht eindeutig. Schweizer Uhrenfertigungstechnik , replica uhren deutschland, während hohen Status, aber die deutsche Uhrenfertigungstechnik hat sich gefangen.

Im Freibad

Als Randberliner Dorfkind habe ich trotz meines fortgeschrittenen Alters bislang nie eines der Berliner Freibäder besucht. Seit kurzem weiß ich auch, warum. Anders als an den Seen und Flüsschen meiner Brandenburger Heimat gelten hier nämlich ganz andere Regeln. Doch neulich, an jenem extrem heißen Juliwochenende, war es soweit. Ich machte mich mit Frau und Kind auf, das Freibad zu besuchen, von dem ich dachte, es sei aufgrund seiner Randlage noch am harmlosesten.

In meiner an Genialität grenzenden Brillanz hielt ich es für eine grandiose Idee, möglichst früh am frischespendenden Ort aufzuschlagen, hatte bei der Planung aber meine ureigene Tranigkeit und auch die meines gemütlichen Nachwuchses vergessen. Pünktlich zur offiziellen Öffnungszeit des Freibads schlenderten wir also zur Bushaltestelle. Nach einigen Minuten Warte- und Fahrtzeit fuhr der Bus an einer langen Warteschlange entlang. Ich dachte zunächst, hier würde ein neuer Mediamarkt eröffnet, doch leider waren nur weit mehr Menschen auf die Idee gekommen, bei 36 Grad ins Freibad zu gehen als ich vermutet hatte. Naja, so lang wird’s schon nicht dauern, dachte ich mir und brav stellten wir uns an. Nach etwa einer halben Stunde machten wir den nächsten Schritt nach vorn.

Mein tapferes Lottchen schwitzte, wie auch die anderen Kinder, die brav in der Schlange standen. Einige Halbstarke jedoch hatten offenbar nicht so viel Freude am Schlangestehen, dieser typisch deutschen Angewohnheit, die immer auch einen Hauch von Marsch und Militärparade hat. Vielleicht waren die lebensfrohen Jünglinge auch ganz erpicht darauf, die leicht bekleideten Mädchen endlich mit kühlem Nass bespritzen zu können, die deutlich weiter vorn in der Schlange standen. Vielleicht war ihnen auch einfach nur warm. Jedenfalls dachten sie nicht daran, sich anzustellen, wie sie sich gegenseitig immer lautstark schworen. Mein Lottchen fragte, warum diese Jungs sich vordrängeln und wir warten müssen. Eine vernünftige Antwort darauf hatte ich nicht. Manchmal frage ich mich, warum wir unsere Kinder zu fairem Verhalten und rücksichtsvollem Umgang miteinander erziehen. Spätestens im Arbeitsleben, allerspätestens aber im Freibad müssen die sich dann diese schwächlichen Prinzipien mühevoll wieder abtrainieren. Die Jungs jedenfalls mogelten sich irgendwie in die Nähe des Eingangs, während die unbarmherzige Sonne mir den Nacken verkokelte.

Schlangestehen ist ja an sich nicht so wild, wenn man das Gefühl hat, es geht voran. Ging es aber nicht. Das lag vorrangig daran, dass nur eine einzige Kasse geöffnet war. Das mag angesichts des Andrangs befremdlich klingen, doch die Berliner Bäder sind ja ein verlustreiches landeseigenes Projekt und solche stehen ja weder für Effizienz noch für Vernunft oder gar Kundenfreundlichkeit. Dem Betreiber und erst recht der unmotivierten Dame an der Kasse ist es völlig schnurz, wie viele Bürger wann und wie schnell ins Bad kommen. Geld wird damit eh nicht verdient. Mit einem Privatinvestor wäre das anders. Dann allerdings wäre es auch deutlich teurer und man könnte nicht mehr so familienfreundliche Rabatte geben, was dem ein oder anderen steuerzahlenden Bürger in der Schlange vielleicht gar nicht so unrecht wäre, schließlich finanziert er das momentane Modell ja auch ungefragt durch die Subventionierungen.  Ich jedenfalls würde mir gern einen besseren Schlangenplatz kaufen. Unglaublich, zu welch komplexen Gedankengängen man fähig ist, obwohl man stussig bei 36 Grad in einer doofen Schlange steht.

Isabelle ist mit meinem Lottchen mal eben in den Schatten gegangen. Ich halte die Stellung, allein an der Schlangenfront, das Auge auf den Horizont gerichtet. Immer mehr Halbstarke schieben sich vor uns in die Schlange. Hinter mir keucht eine Mutter, ihr Kind quengelt. Sie ist ganz rot angelaufen und sieht nicht so aus, als würde sie es ins Ziel schaffen. Tja, wenn man es ins Freibad schaffen will, muss man schon stahlhart sein. Oder eben skrupellos. Mehr als eine Stunde stehen wir hier nun schon. Mein Lottchen kehrt zurück und überreicht mir einen Strauß gepflückter Blumen. Sie merkt, dass ich zornig werde, so wie ich es immer werde, wenn mir unerträglich heiß ist und mein Gerechtigkeitssinn sich meldet. Ganz ruhig, Papa, wenn wir erstmal drin sind, wird es bestimmt ganz schön, sagt sie und mein Glaube an das Gute in der Welt kehrt zurück. Das schafft sie immer.

Hinter uns japst die rote Mutter und setzt sich keuchend auf einen Poller. Vor uns positioniert sich eine Securitykraft des Freibads und versucht, so etwas wie Ordnung in die Schlange zu bekommen. Ein beinahe aussichtsloses Unterfangen, denn jeder hat sich eine andere Ausrede zurechtgelegt, warum er oder sie sich an der Schlange vorbeidrücken darf. Ich stand schon da vorne! Meine Schwester ist schon drin! Ich war nur mal eben weg! Oder schlicht: Halts Maul! An der Ecke bemerke ich eine Großfamilie mit mehreren Kinderwagen und einer Gruppe Personen jeden Alters und Geschlechts. Der Securitymann macht ihnen klar, dass sie sich anstellen müssen wie jeder andere auch. Großes Gemurmel, dann wird hektisch telefoniert. Etwa zwanzig Minuten später wird ein Kind im Rollstuhl herangekarrt und das Familienoberhaupt behauptet grinsend, er möchte nun mit seiner Familie herein. Der Securitymann fühlt sich ein wenig veralbert, lässt aber den Mann mit dem Rollstuhl und einer kleinen Schar Kinder passieren, während der erwachsene Rest der Großfamilie weiter draußen bleiben muss. Unter noch größerem Gemurmel verstreuen sich die Familienmitglieder und nehmen Infiltrationspositionen ein, um unbemerkt in die Schlange zu schlüpfen. Ein großgewachsener, hagerer Mann mit unfassbar schlechten Zähnen stellt sich neben mich und tippelt immer ein kleines Stück weiter zwischen mich und die Dame vor mir. Ich tippele mit. Er grinst mich an. Ich grinse nicht zurück.

Es ist fast Mittag. Die Sonne brennt. Mein Lottchen hält tapfer durch und quengelt nicht ein einziges Mal. Ganz anders die Kleine mit der hochroten Mutter. Diese sitzt jetzt auf einem weiteren Poller, halbwegs im Schatten, und telefoniert mit ihrem Mann. Er solle sie doch ablösen, sie könne nicht mehr. Die Verlustrate steigt. Wir stehen nun schon im unmittelbaren Eingangsbereich, während sich von beiden Seiten immer mehr Leute an die eindeutig zu erkennende Schlange herandrängen. Die Securitykraft versucht ihr Möglichstes – erstaunlich bei einem Stundenlohn von wohl kaum mehr als 6 Euro – doch sie braucht Unterstützung. Isabelle sieht mich an und ich weiß, was sie sagen will. Ich solle mich zurückhalten, wir wären ja bald drin und ich würde mir nur den Tag verderben, wenn ich mich jetzt einmischen würde. Ich bleibe ruhig und unterdrücke meine gutgemeinte, aber in unserer Welt völlig falsche Erziehung aus Rücksicht, Gerechtigkeitsempfinden und Solidarisierung. Der hagere Typ mit den schlechten Zähnen scheitert ein weiteres Mal an dem Versuch, die Schlange zu infiltrieren. Hinter uns ist nun der Mann der roten Mutter eingetroffen. Er sieht gutgelaunt und frisch aus. Vielleicht wird ja doch alles gut.

Nur noch eine Handvoll Personen sind vor uns dran. Gerade noch rechtzeitig, bevor Geduld und Kraft zur Neige gehen. Plötzlich springt der hagere Mann mit den fauligen Beißern vor den Security-Typ, wedelt mit einem Sozialausweis und schlüpft vorbei. Ein Tropfen Schweiß fällt wie in Zeitlupe von meiner Stirn auf den trockenen Sandboden vor dem Freibad. Ein Tropfen zu viel. Bevor Isabelle und mit ihr die Vernunft sich regen kann, sprinte ich vor und kralle mir den Kollegen. Ich weise ihn freundlich aber bestimmt darauf hin, dass er nicht einfach vorgehen darf, während viele Dutzend kleine Kinder seit Stunden in der Sonne verharren. Vielleicht schreie ich ihn auch an, dass er wohl nicht ganz richtig tickt und er seinen hässlichen Kadaver gefälligst in die Schlange stellen soll. Vielleicht formuliere ich auch noch ungeschickter. Auf jeden Fall wirkt es. Der Typ wird kreidebleich, fürchtet um Leib und Leben und sucht das Weite. Der Rest der Schlange blickt ungläubig, aber still auf das Szenario. Der Securitymann stellt sich sicherheitshalber vor mich, ist aber eigentlich dankbar für die Unterstützung. Ich kehre in die Schlange zurück und versuche, mich abzuregen. Der frische Mann der roten Mutter murmelt irgendetwas von übertrieben, man muss sich doch nicht so aufregen und die seien ja nicht alle so und man dürfe da nicht verallgemeinern. Ich überlege kurz, ihn mit einem beherzten: WAS WILLST DU DENN NUN EIGENTLICH? STEHST HIER FÜNF MINUTEN, WÄHREND DEINE FRAU UND DEIN KIND NACH STUNDENLANGEM ANSTEHEN FAST ABGEKLAPPT SIND UND SPIELST JETZT HIER DEN MORALAPOSTEL? zu konfrontieren. Doch mein Lottchen nimmt mich in diesem Moment an der Hand uns sagt: Guck mal Papa, wir sind gleich dran.

Es ist geschafft! Wir sind drin! Sogleich bemerken wir den positiven Effekt des langsamen Einlasses durch nur eine Kasse, denn es ist auch nach fast drei Stunden Wartezeit noch recht leer und wir finden rasch ein schattiges Plätzchen mit genug Anstands-Abstand von anderen Gästen. Anstand, noch so ein Relikt aus meiner Erziehung. Ich muss da echt dran arbeiten. Mein Lottchen drängt auf den Gang ins Wasser und den hat sie sich mehr als verdient. Ich nehme sie also an die Hand und wir tauchen ein ins überraschend wenig nach Chlor riechende Nass. Es ist herrlich. Vergessen ist die lange Schlange, vergessen die Halbstarken und fast vergessen die fauligen Zähne des hageren Typen. Überall um mich herum tollen Kids in allen Altersklassen und Farbschattierungen. Ich stelle mir vor, wie witzig das aussehen muss von draußen: Der riesige blasse Mann, umringt von Dutzenden Kindern mit größtenteils wunderbar gebräunten Leibern. Ich bin ein wenig in Gedanken und renne fast einen kleinen arabischen Jungen um, dessen Vater ihn kurz darauf in perfektem Deutsch tadelt, statt mich mit orientalischen Flüchen zu belegen. Überhaupt fällt mir auf, wie viel Deutsch dann doch unter den Gästen gesprochen wird, obwohl ich und mein Lottchen tatsächlich wegen unseres Teints auffallen. Ich glaube, die meisten hier haben vorhin brav in der Schlange gestanden.

Die nächsten Stunden verbringen wir größtenteils damit, das zu tun was Lottchen will. Dazu gehört Schwimmen üben, sich unter den Wasserpilz stellen und vom Beckenrand plumpsen. Stoisch mache ich das Programm mit und werde dabei immer wieder von Bällen und anderem Wasserspielzeug getroffen. Meine Trefferfläche ist wohl ein wenig zu üppig. Ich genieße es trotzdem, im Wasser zu sein und bin auch viel zu faul zum Schwimmen. Isabelle muss wohl oder übel auch die Animateurin spielen und schlägt sich mit Bravour. Nur einmal flüchtet sie sich ins tiefe Schwimmerbecken, um ein paar Bahnen zu ziehen. Am Rand steht eine Reihe von braungebrannten jungen Männern. Sie beachten sie aber gar nicht, sondern sind damit beschäftigt, jeden Muskel ihres Körpers anzuspannen. Es könnte ja jemand gucken. Das muss ganz schön Kraft kosten, dieses Posen. Aber die meisten von denen haben auch nicht so lange Schlange gestanden, glaube ich. An einem anderen Becken wird fröhlich von einem Türmchen ins Wasser gesprungen. Der nicht unkomische Bademeister macht eine Ansage: „Ma bitte n bisschen mehr religiöser Abstand da am Turm!“ Die Umstehenden quittieren es mit Gelächter und folgen der Anweisung. Nur irgendwo am Rand unter einem Baum schreibt eine bleiche Studentin hektisch etwas in einen Notizblock.

Wenn wir mal gerade nicht im Wasser sind, kommen wir in den Genuss weiterer Beweise, warum Berliner Schwimmbäder so einen schlechten Ruf haben und so miserabel organisiert sind. Zunächst einmal haben die Toiletten keine Klobrillen. Das ist mir als Mann ziemlich egal, doch zum Leidwesen von Frau und Kind sieht es bei den Damen nicht anders aus. Mir erschließt sich nicht ganz, warum das so ist. Kundenfreundlich und hygienisch ist es auf jeden Fall nicht. Ähnlich unappetitlich gestaltet sich das Angebot an Snacks. Die badeigene Pommesbude serviert schlechtes Essen von langsamem Personal zu leicht überhöhten Preisen. Allein hier liegt ungenutztes Optimierungspotential brach. Wenn man das Angebot hier so gestalten würde, dass jeder Besucher auch nur 1 Euro am Tag mehr ausgeben würde, könnte man die Finanzierungslücke doch schon ein klein wenig mehr schließen. Aber zu solch gewagten marktwirtschaftlichen Experimenten sind unsere Stadtverwalter ja leider nur selten bereit.

Unser Tag im Freibad neigt sich dem Ende entgegen. Der Bademeister lässt verlauten: „Liebe Fahrgäste! Die Badezeit endet um 18 Uhr 30! Wer denn noch drin is, wird mitte Plane mit abgedeckt!“ Allgemeine Aufbruchstimmung macht sich breit. Sogar mein Lottchen willigt ein, es für heute gut sein zu lassen, obwohl sie sonst kaum aus dem Wasser zu kriegen ist. Wir sammeln unsere Siebensachen zusammen und fahren mit dem Bus wieder heim. Im Bus sitzt auch die Securitykraft des Bades. Er flüstert mir zu: „Das, was Sie gemacht haben, das dürfen wir ja nicht. Aber ich fands gut.“ Ich nicke ihm zu. Ich fand es selber nicht gut. Aber manchmal kann ich einfach nicht anders.

 

Epilog

Irgendwo in Tempelhof steht ein junger, engagierter Lokalreporter und interviewt einen hageren großen Mann aus einer rumänischen Familie. Unter Tränen erzählt der Mann, wie er erst heute noch in einem Freibad Opfer eines rassistischen Angriffs wurde. Ein großer Deutscher mit sehr kurzen Haaren und sogar Tätowierungen hätte ihn völlig grundlos angegriffen und rassistisch beleidigt. Er wünsche sich so sehr, die Politik würde endlich gegen diesen allgegenwärtigen Fremdenhass vorgehen. Der junge Reporter nickt und wünscht dem Mann alles Gute. Er versichert ihm, es seien nicht alle Deutschen so.

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